«Als es an der Zeit war, Kalabrien
zu erschaffen, hielt Gott 15‘000 km2 grünen Lehm mit violetten Reflexen in der Hand. Der Herr gab sich selbst das Versprechen, dieses Material zu einem Meisterwerk zu verwandeln, und so erschuf er Kalabrien schöner als Kalifornien und Hawaii, die
Côte d’Azur und die japanischen Halbinseln.»

Auszug aus «Il Giorno della Calabria»
von Leonida Repaci

calabria

Über Kalabrien und Cosenza

Aus der "Süddeutschen:"

Kalabrien will nicht studiert, sondern erlebt werden: Die kontrastreiche Landschaft, Volksbräuche und einsame Bergdörfer spielen die Schlüsselrolle. Auch Aktivurlauber sind hier in ihrem Element, ob Trekking im Pollino, Rafting in den imposanten Schluchten des Lao oder Birdwatching oberhalb der Straße von Messina. Zu ausgedehnten Wanderungen laden die pilzreichen Wälder in der Sila und im rauen Aspromonte ein. Diese südlichsten Ausläufer des Apennins stellen sich hier als Wolkenfänger dem Westwind entgegen und sorgen für ein überraschend grünes Kalabrien.


Die sonnenverwöhnte Region an der Stiefelspitze erstreckt sich über ein Fünftel der gesamten italienischen Küste (780 km), und kein Ort ist mehr als 50 km vom Meer entfernt: ideale Voraussetzungen, um einen Strandurlaub mit (Wander-)Ausflügen ins wildromantische Landesinnere zu kombinieren. Der landschaftliche Reichtum findet seinen Niederschlag auch in variantenreicher cucina di terra und cucina di mare. Und ein Kulturland ist Kalabrien spätestens seit Landung der Griechen in der Antike, auf deren Spuren Sie hier immer wieder treffen werden. Zeitgenössische Kunst wiederum begegnet Ihnen in Cosenza auf Schritt und Tritt.

„Kalabrien ist eine Insel“ - auf den ersten Atlasblick erscheint dieser Satz paradox. Die südlichste Festlandsregion Italiens (15000 km², gut 2 Mio. Ew.) gleicht mit ihren knapp 800 km langen Küsten jedoch tatsächlich in vielerlei Hinsicht einem Eiland. Kalabrien, durch das hohe Kalksteinmassiv des Pollinogebirges gegen Norden abgeschirmt, ist eine fremdartige, in sich geschlossene Welt. Jahrtausendelange griechische Besiedlung, sarazenische Piratenüberfälle und albanische Einwanderung haben eine ganz eigene Kultur mit fast balkanischem Einschlag geschaffen.

Besonders charmant ist die reich gegliederte tyrrhenische Steilküste bei Tropea mit den spektakulären Buchten am Capo Vaticano. Nachts herrscht hier fast Caprifischeridylle, wenn die Laternen kleiner Fischerboote vor der Küste blinken. Schwertfischkutter mit 20 m hohen Ausguckmasten kreuzen vor dem romantischen Hafenstädtchen Scilla an der Costa Viola. Für ideale Wassersportbedingungen bis in den Spätherbst sind die Badeorte der regenärmeren und flacheren ionischen Küste bekannt. Und die roten Sandsteinküsten der Riserva Marina am Capo Rizzuto bei Crotone sind ein Paradies für Schnorchler.


Kalabrien ist es unter allen Regionen Italiens noch immer die urwüchsigste, eine Region für Kenner und Entdecker.

Die ehrwürdige Kulturmetropole Cosenza besitzt eine der faszinierendsten Altstädte Süditaliens.

Von den zahlreichen Sehenswürdigkeiten in Cosenza sollte Palazzo Campanella erwähnt werden, der sich an der Schnittstelle zwischen dem historischen Stadtkern und dem neuen Stadtteil befindet.
Auf der Ostseite befindet sich der im Jahr 1448 gegründete
Convento San Domenico. Die Dominikanerkirche bei der Busentobrücke Ponte Alarico in der Neustadt wurde im 15. Jh. unter der Adelsfamilie Sanseverino di Bisignano erbaut und im 18. Jh. ausgeschmückt. Ein Juwel des kalabrisch-spanischen Barocks ist die Cappella del Rosario (Rosenkranzkapelle) mit einer vergoldeten Kassettendecke. 

Corso Telesia auch die Strasse der Kaufleute und der Juweliere genannt, bestätigt die handwerkliche und kaufmännische Tendenz der Stadt.
Der im XII. Jahrhundert erbaute Duomo wurde ab 1748 im Barockstil erneuert. Mitten in der Altstadt erhebt sich an einer unregelmäßigen, ansteigenden Piazza die Kathedrale, die 1222 in Anwesenheit des Stauferkaisers Friedrich II. neu geweiht wurde. Zisterziensische Schlichtheit des Dekors prägt Außen- und Innenraum.
Dann lohnt sich ein Gang über die Piazza XV. Marzo, mit dem Bernardino Telesio gewidmeten Denkmal sowie dem Martyrerdenkmal von 1844. Von den weiteren kirchlichen Bauten sollte der dem heiligen Franz von Assisi gewidmete Komplex nicht vergessen werden. Er besteht aus einem 1219 gegründeten Kloster und einer Kirche, die beide mehrmals wieder aufgebaut wurden. Die Kirche wurde erweitert und mit barocken Formen geschmückt. Schliesslich das Castello Svevo, das die Stadt vom San Pancrazio Hügel aus dominiert. Es wurde von den Normannen auf einem bereits vorhandenen Bauwerk der Sarazenen errichtet, später von den Anjou erweitert und zu ihrer königlichen Residenz gemacht.
Museo all'Aperto:
Cosenza verdankt seine jüngste Kunstattraktion dem enagierten Mäzenatentum des gebürtigen Cosentiners und Wahlamerikaners Carlo Bilotti. Flaniert man durch die neue Fußgängerzone über den Corso Mazzini, begleiten einen Skulpturen von Giorgio De Chirico, Emilio Greco, Salvador Dalì und Pietro Consagra. Von Sasha Sosno stammt eine moderne Interpretation der Bronzen von Riace. Das Freiluftmuseum können Sie auch virtuell besuchen